{"id":1619,"date":"2021-02-16T15:49:35","date_gmt":"2021-02-16T14:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/?page_id=1619"},"modified":"2022-02-16T14:10:48","modified_gmt":"2022-02-16T13:10:48","slug":"flucht-nach-deutschland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/","title":{"rendered":"Flucht nach Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<h1>\n\t\tFlucht nach Deutschland\n\t<\/h1>\n\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12-1920x1080.jpg\" alt=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<p>\u00a9 Till Mayer<\/p>\n\t<div class=\"pdfprnt-buttons\"><a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1619?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/pdf-print-buttons\/pdf_3_button.png?2014909580\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><span class=\"pdfprnt-button-title pdfprnt-button-pdf-title\">Dieses Kapitel als PDF herunterladen<\/span><\/a><\/div>\n\t<h2>Einleitung: Flucht nach Deutschland<\/h2>\n<p>Die Erstaufnahme und das Asylverfahren in Deutschland geht f\u00fcr Betroffene und ihre Berater*innen mit einer beinahe un\u00fcberschaubaren Anzahl an Fragen einher. Diese Kapitel sortiert sie und bietet umfassende Antworten zu Fluchtursachen, Asylverfahren, krankheitsbezogenen Aufenthaltstiteln und Wohnformen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete mit Behinderung. Ein Ratgeber liefert wertvolle Handlungsoptionen f\u00fcr die Beratung, auch bei Ablehnungen.<\/p>\n\t<h2>Video:<em> &#8220;Global Trends 2019: Flucht und Vertreibung weltweit&#8221;<\/em><\/h2>\n\t  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\">       \n<h2>\n\t\tDaten und Fakten zu gefl\u00fcchteten Menschen und Fluchtursachen weltweit\n\t<\/h2>\n\t<p>\u201eWir beobachten eine ver\u00e4nderte Realit\u00e4t. Vertreibung betrifft aktuell nicht nur viel mehr Menschen, sondern sie ist auch kein kurzfristiges und vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen mehr&#8221;, sagte UN-Fl\u00fcchtlingshochkommissar Filippo Grandi anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung des Weltfl\u00fcchtlingsberichts <a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/globaltrends2019\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eGlobal Trends&#8221; &#8211; forced displacement in 2019&#8243;<\/a>. \u201eWir brauchen eine grundlegend neue und positivere Haltung gegen\u00fcber allen, die fl\u00fcchten, gepaart mit einem viel entschlosseneren Bestreben, Konflikte zu l\u00f6sen, die jahrelang andauern und die Ursache dieses immensen Leidens sind&#8221;, so Grandi weiter.<\/p>\n<p>Noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie heute (Stand: Mitte 2020). Laut <a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/refugee-statistics\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UNHCR<\/a> liegt ihre Zahl bei \u00fcber 80 Millionen. Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) dieser Menschen kommen aus nur f\u00fcnf L\u00e4ndern: 6,6 Millionen aus Syrien, 3,7 Millionen aus Venezuela, 2,7 Millionen aus Afghanistan, 2,3 Millionen aus dem S\u00fcdsudan und eine Million aus Myanmar.<\/p>\n<p>26 Millionen sind laut UNHCR Gefl\u00fcchtete, die vor Konflikten, Verfolgung oder schweren Menschenrechtsverletzungen aus ihrer Heimat geflohen sind. 40 Prozent der Vertriebenen weltweit sind Kinder unter 18 Jahren. 85 Prozent der gefl\u00fcchteten Menschen leben in Entwicklungsl\u00e4ndern, fast drei von vier Gefl\u00fcchteten suchen Schutz in einem an das Heimatland angrenzenden Nachbarstaat.<\/p>\n<p>Deutschland ist dabei das f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte Aufnahmeland f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen. International gesehen leben die meisten Gefl\u00fcchteten in der T\u00fcrkei (3,6 Millionen), gefolgt von Kolumbien (1,8 Millionen) und Pakistan und Uganda (jeweils etwa 1,4 Millionen). In der T\u00fcrkei ist jede*r dreiundzwanzigste Einwohner*in ein gefl\u00fcchteter Mensch, in Jordanien jede*r f\u00fcnfzehnte, in Curacao jede*r zehnte und in Libanon sogar jede*r siebte Einwohner*in.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-0\"> Binnenvertriebene<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-0\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Ein Grund f\u00fcr den Anstieg von 70,8 Millionen auf \u00fcber 80 Millionen innerhalb eineinhalb Jahren ist die stark wachsende Zahl der Binnenvertriebenen, besonders in der Demokratischen Republik Kongo, der Sahelzone, im Jemen und in Syrien. Der Krieg in Syrien dauert nunmehr neun Jahre und hat 13,2 Millionen Syrer*innen zu Fl\u00fcchtlingen, Asylsuchenden und Binnenvertriebenen gemacht.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-1\">Gefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderung<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-1\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Viele dieser Menschen wurden durch Kriege und bewaffnete Konflikte verletzt und haben so eine Behinderung erworben. Zwar schwanken Sch\u00e4tzungen stark, gehen aber davon aus, dass der Prozentsatz der gefl\u00fcchteten Menschen mit Behinderung mindestens zehn bis f\u00fcnfzehn Prozent ausmacht.<\/p>\n<p>Handicap International hat <a href=\"https:\/\/blog.hi.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Study2020_EN_Disability-in-HA-COVID-final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in einer Studie<\/a> ermittelt, dass Menschen mit Behinderung weltweit \u00fcberproportional oft von einer Infektion mit Covid-19 betroffen sind und insgesamt einen besonders erschwerten Zugang zu allgemeinen Hilfeleistungen und Gesundheitsversorgung haben.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-2\">Handicap International k\u00e4mpft f\u00fcr die Opfer von Explosivwaffen in Syrien<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-2\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Eine besondere Rolle in der Gruppe der Gefl\u00fcchteten mit Behinderung spielen diejenigen, die durch Explosivwaffen verletzt wurden. Diese Menschen sind wegen der schlechten Gesundheitsversorgung besonders vulnerabel &#8211; und ihr Leid ist vermeidbar. F\u00fcr die Opfer des sogenannten Syrienkrieges, insbesondere f\u00fcr die Opfer von Explosivwaffen, setzt sich Handicap International bereits seit 2012 ein. Au\u00dferdem sensibilisiert Handicap International politische Akteur*innen f\u00fcr explosive Kriegsr\u00fcckst\u00e4nde und k\u00e4mpft daf\u00fcr, dass der Einsatz von Explosivwaffen st\u00e4rker reguliert wird.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-3\">The Waiting List<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-3\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Deshalb hat Handicap International 2019 die Studie \u201e<a href=\"https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/executive_summary_the_waiting_list_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Waiting List<\/a>&#8221; ver\u00f6ffentlicht. Sie befasst sich mit den unmittelbaren und langfristigen Bed\u00fcrfnissen von Menschen, die von den Bombardierungen in Syrien betroffen sind.<\/p>\n<p>Die Untersuchung basiert auf Literaturrecherchen, Interviews mit \u00dcberlebenden von Explosivwaffeneins\u00e4tzen und ihren Familien sowie Gespr\u00e4chen mit humanit\u00e4ren Akteuren, die in Syrien arbeiten. Dabei wurden charakteristische Verletzungsmuster erkannt, die in vielen Konflikten \u00fcberall auf der Welt zu beobachten sind.<\/p>\n<p>Die Studienergebnisse sind ersch\u00fctternd:<\/p>\n<ul>\n<li>Sch\u00e4tzungsweise mehr als die H\u00e4lfte aller Syrer*innen ben\u00f6tigen psychologische oder psychosoziale Unterst\u00fctzung.<\/li>\n<li>Berichten zufolge leben sieben von zehn Syrer*innen in extremer Armut.<\/li>\n<li>Die H\u00e4lfte aller Syrer*innen ist Explosionsgefahren ausgesetzt.<\/li>\n<li>90 Prozent der befragten Opfer von Explosionsverletzungen \u00fcben eigenen Aussagen zufolge keine Arbeit mehr aus &#8211; wobei M\u00e4nner im erwerbsf\u00e4higen Alter am st\u00e4rksten betroffen sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Derzeit arbeiten rund 500 Fachkr\u00e4fte vor Ort, um den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Syrer*innen mit Verletzungen und Behinderungen, sowie \u00e4lteren und isolierten Menschen zu helfen.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-4\">Einsatzorte weltweit<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-4\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Handicap International k\u00fcmmert sich au\u00dferhalb Syriens ebenso um Gefl\u00fcchtete, die in Fl\u00fcchtlingslagern leben. Die F\u00f6deration stellt Rehabilitationsdienste und Hilfsmittel bereit, bietet psychosoziale Unterst\u00fctzung an und verteilt Notfallkoff<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-5\">Situation in Deutschland<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-5\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>In Deutschland kommen, nach Angaben des Bundesamts f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) mehr als 70 Prozent der Asylsuchenden aus Kriegs- und Krisengebieten. Mehr als die H\u00e4lfte aller Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, kommen aus Syrien, Afghanistan und Irak. In allen drei L\u00e4ndern gibt es seit vielen Jahren gewaltsame Konflikte.<\/p>\n<p>Ende 2019 lebten nach Angaben des UNHCR rund 1,15 Millionen anerkannte gefl\u00fcchtete Menschen in Deutschland. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 122.000 Asylantr\u00e4ge gestellt; die Ablehnungsquote im Jahr 2020 lag bei rund 60 Prozent. 2016 gab es mit rund 745.000 einen Rekord bei der Anzahl der Asylantr\u00e4ge in Deutschland.<\/p>\n<p>Die gesunkene Zahl der Asylantr\u00e4ge in Deutschland bedeutet jedoch nicht, dass sich die Situation f\u00fcr Menschen mit Fluchtgr\u00fcnden verbessert h\u00e4tte &#8211; das zeigt auch die h\u00f6chste Fl\u00fcchtlingszahl 2019; denn auch in der EU haben 2019 <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/documents\/portlet_file_entry\/2995521\/3-20032020-AP-DE.pdf\/7b6f8e0b-96cb-f61b-764e-7d7b9f4a1576\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EUROSTAT<\/a> zufolge 613.000 Menschen Asylerstantr\u00e4ge gestellt &#8211; das ist eine Zunahme gegen\u00fcber dem Jahr 2018.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-6\">Warum sind Menschen auf der Flucht? <\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-6\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>F\u00fcr eine Flucht gibt es vielf\u00e4ltige Ursachen, laut UNO-Fl\u00fcchtlingshilfe sind es vor allem vier:<\/p>\n<ul>\n<li>Krieg und Gewalt<\/li>\n<li>Menschenrechtsverletzungen<\/li>\n<li>Hunger und Armut sowie<\/li>\n<li>Klima und Umwelt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Fluchtursachen sind h\u00e4ufig eng miteinander verkn\u00fcpft.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-7\">Krieg und Gewalt<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-7\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Die meisten Fl\u00fcchtlinge verlassen ihre Heimat aufgrund eines Krieges. Beispielsweise im S\u00fcdsudan, in Syrien und Afghanistan zwingen andauernde K\u00e4mpfe und die gro\u00dfen daraus resultierenden Gefahren zahlreiche Menschen zur Flucht. Aber niemand verl\u00e4sst seine Wohnung, sein Dorf und seine Heimat freiwillig, ohne etwas mitzunehmen, ohne Abschied. Wenn ihr Leben in Gefahr ist, fl\u00fcchten die Menschen \u00fcberst\u00fcrzt und haben meist keine M\u00f6glichkeit, Habseligkeiten, Geld oder wichtige Ausweispapiere mitzunehmen.<\/p>\n<p>Menschen in Kriegsgebieten leben in gro\u00dfer Angst um das eigene Leben und um das ihrer Angeh\u00f6rigen. St\u00e4dte, Wohnraum und die Infrastruktur werden durch Bomben oder bei Gefechten stark besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt. H\u00e4ufig geht mit den K\u00e4mpfen gro\u00dfer Hunger einher: Ernten werden zerst\u00f6rt, Felder k\u00f6nnen nicht mehr bestellt werden und die Preise f\u00fcr Lebensmittel steigen stark.<\/p>\n<p>Auch die Angst davor, als Soldat*innen rekrutiert zu werden, zwingt viele Menschen zur Flucht. Viele Menschen in Kriegsgebieten sind zudem von Vergewaltigungen, Massenhinrichtungen und Verschleppung betroffen.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-8\">Menschenrechtsverletzungen, Verfolgung und Diskriminierung<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-8\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>In vielen L\u00e4ndern werden Menschen<\/p>\n<ul>\n<li>aufgrund ihrer Religion,<\/li>\n<li>der ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit,<\/li>\n<li>ihrer sexuellen Orientierung oder<\/li>\n<li>ihrer politischen Gesinnung<\/li>\n<\/ul>\n<p>verfolgt. Sie leiden unter Ausgrenzung und Repression. Teils sind sie lebensbedrohlicher Gewalt ausgesetzt. So droht in zehn L\u00e4ndern der Welt Homo- und Transsexuellen die Todesstrafe.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-9\">Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-9\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Circa 20 Millionen Menschen im S\u00fcdsudan, Jemen, Nigeria und Somalia sind von einer D\u00fcrre betroffen, unter ihnen 4,2 Millionen Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>Armut und Hunger, mangelnde Gesundheitsversorgung, Arbeits- und Perspektivlosigkeit sind eine h\u00e4ufige Fluchtursache, die oft aus Kriegen und Konflikten, Umweltsch\u00e4den oder Mangelwirtschaft und Korruption folgen.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--label-10\">Klima und Umwelt: Zerst\u00f6rte Lebensgrundlagen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#\" id=\"fl-accordion--icon-10\"><i>Expand<\/i><\/a>\n\t\t<p>Auch Naturkatastrophen sind f\u00fcr Menschen h\u00e4ufig der Grund, innerhalb oder au\u00dferhalb ihres Landes Schutz zu suchen. Immer wieder nehmen Wirbelst\u00fcrme, Erdbeben oder \u00dcberschwemmungen zahlreichen Menschen ihr Zuhause.<\/p>\n<p>Auch die Auswirkungen des Klimawandels &#8211; etwa D\u00fcrren &#8211; gelten als Fluchtursache. Der Klimawandel verst\u00e4rkt in vielen Regionen der Welt die Ressourcenknappheit. Er bef\u00f6rdert den Streit um Wasser, Nahrung und Land. Mit dem Verlust der Lebensgrundlage sind Hunger, Armut und Not eng verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob Kriege herrschen oder Naturkatastrophen f\u00fcr Zerst\u00f6rung sorgen: Die Menschen, die diese Katastrophen am h\u00e4rtesten treffen, sind meist auch die \u00c4rmsten.<\/p>\n<h3>\n\t\tWeiterf\u00fchrende Informationen\n\t<\/h3>\n\t<p>UNHCR Mid-Year Trends 2020<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Statistisches Bundesamt<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fluchtgrund<\/p>\n\n<h2>\n\t\tAsylverfahren und Aufenthaltsstatus\n\t<\/h2>\n\t\n<p>Das Asylverfahren in Deutschland ist ein mehrstufiger Prozess, der Abl\u00e4ufe beinhaltet, die aufeinander aufbauen. Dabei geht es um die Stattgabe oder Ablehnung eines Asylantrages. Die Beh\u00f6rden pr\u00fcfen, ob die Fluchtgr\u00fcnde, die eine gefl\u00fcchtete Person in ihrem Antrag auf Asyl angegeben hat, zu den sogenannten schutzw\u00fcrdigen Belangen geh\u00f6ren. Aufgrund dieser Pr\u00fcfung wird entweder ein Schutzstatus zuerkannt oder ein Antrag auf Asyl abgelehnt.<\/p>\n<p>Insgesamt gibt es vier unterschiedliche Schutzstatus; die Entscheidung f\u00fcr die Zuerkennung eines Schutzstatus beruht auf v\u00f6lker-, europa- und nationalrechtlichen Vorgaben.<\/p>\n<p>Im Asylgesetz (AsylG) ist geregelt, wie das Asylverfahren ablaufen muss, welche Beh\u00f6rden zust\u00e4ndig sind und welche Kriterien zu pr\u00fcfen sind, wenn es darum geht, einen Schutzstatus anzuerkennen oder dessen Vorliegen abzulehnen.<\/p>\n\t\t\t<figure role=\"figure\" aria-label=\"Die Grafik zeigt den Ablauf des Asylverfahrens in Deutschland. Nach dem Stellen des Asylgesuchs folgt die Asylantragstellung bei dem Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge. Daraufhin wird im Rahmen der Dublin-Anh\u00f6rung gepr\u00fcft welcher EU-Mitgliedsstaat f\u00fcr die Person zust\u00e4ndig ist. Wenn Deutschland zust\u00e4ndig ist, findet bei der darauffolgenden Anh\u00f6rung die Pr\u00fcfung der Flucht- und Verfolgungsgr\u00fcnde statt. Dann folgt die Entscheidung des BAMF, die abh\u00e4ngig vom Entscheid mit unterschiedlichen Rechtsfolgen verbunden ist.\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/hi-toolbox_01_flowchart.jpg\">\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/hi-toolbox_01_flowchart.jpg\" alt=\"Die Grafik zeigt das Asylverfahren in Deutschland als mehrstufigen Prozess vom Asylgesuch bis zur Entscheidung des Bundesamts f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge.\">\n\t\t\t\t<\/a>\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t<figcaption>Die Grafik zeigt den Ablauf des Asylverfahrens in Deutschland. Nach dem Stellen des Asylgesuchs folgt die Asylantragstellung bei dem Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge. Daraufhin wird im Rahmen der Dublin-Anh\u00f6rung gepr\u00fcft welcher EU-Mitgliedsstaat f\u00fcr die Person zust\u00e4ndig ist. Wenn Deutschland zust\u00e4ndig ist, findet bei der darauffolgenden Anh\u00f6rung die Pr\u00fcfung der Flucht- und Verfolgungsgr\u00fcnde statt. Dann folgt die Entscheidung des BAMF, die abh\u00e4ngig vom Entscheid mit unterschiedlichen Rechtsfolgen verbunden ist.<\/figcaption>\n\t\t<\/figure>\n\t<h3>Ankunft in Deutschland und Asylgesuch<\/h3>\n<p>Das Asylverfahren beginnt direkt nach der Ankunft einer schutzsuchenden Person in Deutschland, und zwar mit dem sogenannten Asylgesuch (auch: Asylbegehren) und unabh\u00e4ngig davon, ob die Person illegal oder mit einem Schengen-Visum eingereist ist. Mit dem Asylgesuch wird lediglich der Willen bekundet, einen Asylantrag zu stellen, es geht jedoch nicht um die f\u00f6rmliche Antragstellung. Gleichwohl entstehen bereits mit dem Asylgesuch Rechte, zum Beispiel das Recht auf <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/leitfaden-zur-beratung-von-gefluechteten-menschen-mit-behinderung-nachschlagewerk-von-gagweiser\/#so\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Asylbewerberleistungen<\/a>, aber auch Pflichten wie die, dass sich die Person gleich zu der Aufnahmeeinrichtung begeben muss, die f\u00fcr sie zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Besitzt eine schutzsuchende Person vor dem Grenz\u00fcbertritt kein Einreisepapier wie das Schengen-Visum, muss sie ihr Asylgesuch an der Grenze stellen (\u00a7 13 Abs. 3 AsylG). Ist jemand bereits ohne Papiere &#8211; also unerlaubt &#8211; eingereist, muss das Asylgesuch unverz\u00fcglich bei einer Aufnahmeeinrichtung, bei der Polizei oder bei der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde gestellt werden. Dort erh\u00e4lt die Person eine sogenannte Anlaufbescheinigung, die die Adresse der Meldebeh\u00f6rde beziehungsweise der Aufnahmeeinrichtung enth\u00e4lt, bei der die Person den Asylantrag stellen kann.<\/p>\n\t<h4>\u00a7 13 Absatz 3 Satz 3 Asylgesetz<\/h4>\n<p>Dem \u00a7 13 Absatz 3 Satz 3 Asylgesetz (AsylG) zufolge muss der Asylantrag unverz\u00fcglich gestellt werden. Das Wort \u201eunverz\u00fcglich&#8221; wird als unbestimmter Rechtsbegriff verwendet; er bedeutet \u201eohne schuldhaftes Z\u00f6gern&#8221; (\u00a7 121 BGB, Anfechtung). Die Rechtsprechung hat daf\u00fcr die Obergrenze von zwei Wochen gesetzt &#8211; dieser Zeitraum ist f\u00fcr das unverz\u00fcgliche Handeln gerade noch angemessen (vgl. BGH-Urteil vom 25.02.1971, Az.: VII ZR 181\/69 = NJW 1971, 891).<\/p>\n<p>Sowohl das Asylgesuch als auch der f\u00f6rmliche Asylantrag m\u00fcssen somit innerhalb zwei Wochen erfolgen. Andernfalls droht der schutzsuchenden Person die Einschr\u00e4nkung ihres Anspruchs auf Asylbewerberleistungen (\u00a7 1a Abs. 5 Nr. 1 AsylbLG) oder die Ablehnung des Asylantrages als \u201eoffensichtlich unbegr\u00fcndet&#8221; (\u00a7 30 Abs. 3 Nr. 5 AsylG).<\/p>\n\t<h3>F\u00f6rmlicher Asylantrag und erste Aufenthaltspapiere<\/h3>\n<p>Nach ihrer Unterbringung in einer <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#wo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufnahmeeinrichtung<\/a> erfolgt zun\u00e4chst die Registrierung des*der Asylbewerber*in und die erkennungsdienstliche Behandlung (Abgabe von Fingerabdr\u00fccken und \u00dcberlassung von Identit\u00e4tspapieren). Danach wird das erste Aufenthaltspapier erteilt: der Ankunftsnachweis. Er gilt als Bescheinigung \u00fcber das Asylgesuch (\u00a7 63a AsylG) und ist lediglich der Nachweis, dass sich die Person als Asylbewerber*in registriert hat.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/03\/ankunftsnachweis.jpg\">\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/03\/ankunftsnachweis.jpg\" alt=\"Muster eines Ankunftsnachweis (Vorder- und R\u00fcckseite) gem\u00e4\u00df Verordnung \u00fcber die Bescheinigung \u00fcber die Meldung als Asylsuchender (Ankunftsnachweisverordnung - AKNV) Anlage 4 (zu \u00a7 5)\">\n\t\t<\/a>\t\t\t\t<p>\u00a9 Bundesministerium des Inneren<\/p>\n\t<p>Nachdem der Ankunftsnachweis erteilt worden ist, folgt die Asylantragstellung bei dem Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge, kurz: BAMF. Das BAMF entscheidet \u00fcber Asylantr\u00e4ge und ist f\u00fcr ausl\u00e4nderrechtliche Ma\u00dfnahmen und Entscheidungen zust\u00e4ndig (\u00a7 5 Abs. 1 AsylG). Sein Hauptsitz ist in N\u00fcrnberg, jedoch hat das BAMF in jedem Bundesland Au\u00dfenstellen, und zwar unterschiedlich viele, abh\u00e4ngig von der Anzahl und Gr\u00f6\u00dfe der dort befindlichen Aufnahmeeinrichtungen (\u00a7 5 Abs. 3 AsylG).<\/p>\nWurde ein f\u00f6rmlicher Asylantrag bei einer Au\u00dfenstelle des BAMF gestellt, wird die Aufenthaltsgestattung erteilt (\u00a7 14 Abs.1 AsylG). Ausnahmen betreffen zum Beispiel Schutzsuchende in Krankenh\u00e4usern oder Pflegeeinrichtungen, sie m\u00fcssen ihren Asylantrag schriftlich beim BAMF stellen (\u00a7 14 Abs. 2 AsylG).<br>\nWie der Ankunftsnachweis ist die Aufenthaltsgestattung ein Nachweis, und zwar dar\u00fcber, dass eine Person einen Asylantrag gestellt hat und sich im Asylverfahren befindet.\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/as168m0-1.jpg\">\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/as168m0-1.jpg\" alt=\"Muster einer Aufenthaltsgestattung gem\u00e4\u00df Aufenthaltsverordnung (AufenthV) Anlage D12 Bescheinigung \u00fcber die Aufenthaltsgestattung (\u00a7 63 des Asylgesetzes)\">\n\t\t<\/a>\t\t\t\t<p>\u00a9 Quelle: Bundesgesetzblatt 2004, I S. 3024\/3025<\/p>\n\t<h4>Auskunftsnachweis und Aufenthaltsgestattung<\/h4>\n\n\t<h3>Die Anh\u00f6rung<\/h3>\n<p>Die Pr\u00fcfung der Flucht- und Verfolgungsgr\u00fcnde der Antragsteller*innen nimmt das BAMF im Rahmen einer sogenannten Anh\u00f6rung vor. Die Anh\u00f6rung ist geregelt in \u00a7 25 AsylG, sie ist zentral f\u00fcr die Entscheidung des BAMF \u00fcber den Asylantrag. Vergleichbar ist sie einer Befragung, weshalb viele Gefl\u00fcchtete vom \u201eInterview&#8221; sprechen. Dabei ist sie eher ein Vortrag \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr Flucht und Verfolgung und weniger eine freiwillige Befragung.<\/p>\n<p>Im Asylverfahren ist die Anh\u00f6rung M\u00f6glichkeit und Pflicht zugleich, diejenigen Tatsachen vorzutragen, die eine Furcht vor Verfolgung oder die Gefahr eines drohenden ernsthaften Schadens begr\u00fcnden &#8211; und sie ist die einzige M\u00f6glichkeit (\u00a7 25 Abs. 1 AsylG).<\/p>\n<p>In der Regel besteht eine Anh\u00f6rung aus zwei Teilen: Im ersten wird die schutzsuchende Person zu ihrer Person und ihrer Lebenssituation im Herkunftsland befragt. Hierbei geht es unter anderem um ihren Namen und Wohnsitz, um Familienangeh\u00f6rige, Reisedokumente, um Schule, Ausbildung und Beruf im Herkunftsland sowie um den Reiseweg. Zudem wird sie nach Gr\u00fcnden gefragt, die gegen ein Einreise- und Aufenthaltsverbot sprechen (\u00a7 11 AufenthG), zum Beispiel aufgrund vergangener Abschiebungen. Im zweiten Teil der Anh\u00f6rung geht es ausschlie\u00dflich um individuelle Fluchtgr\u00fcnde und Bef\u00fcrchtungen hinsichtlich einer R\u00fcckkehr in das Herkunftsland (\u00a7 25 Abs. 1 und 2 AsylG).<\/p>\n<p>Auch das BAMF hat Pflichten gegen\u00fcber der schutzsuchenden Person, die es w\u00e4hrend des Asylverfahrens erf\u00fcllen muss. So hat das BAMF daf\u00fcr zu sorgen, dass die Schutzsuchenden in ihrer Herkunftssprache aufgekl\u00e4rt werden: \u00fcber den Ablauf, \u00fcber ihre Rechte und Pflichten sowie \u00fcber Fristen und Folgen bei Fristvers\u00e4umnis (\u00a7 24 AsylG). Das BAMF muss den Schutzsuchenden f\u00fcr die Anh\u00f6rung eine*n Dolmetscher*in, \u00dcbersetzer*in oder sonstige Sprachmittler*in stellen, die in die Erstsprache \u00fcbersetzt oder in eine andere Sprache, in der sich die Person verst\u00e4ndigen kann (\u00a7 17 Abs. 1 AsylG). Auch ist das BAMF verpflichtet, eine Niederschrift bzw. ein Protokoll anzufertigen, in dem die Aussagen aus der Anh\u00f6rung festgehalten sind, und es der befragten Person auszuh\u00e4ndigen (\u00a7 25 Abs. 7 AsylG).<\/p>\n<p>Da Schutzsuchende aufgrund der Fluchtumst\u00e4nde h\u00e4ufig nicht \u00fcber Papiere oder Nachweise, die ihre Verfolgungsgr\u00fcnde best\u00e4tigen k\u00f6nnen, verf\u00fcgen, ist dem BAMF w\u00e4hrend der Anh\u00f6rung vor allem an der Glaubw\u00fcrdigkeit der Schilderungen gelegen. Daher ist die <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#wo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorbereitung f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten<\/a> von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n\t<h3>Die Entscheidung und die Rechtsfolgen<\/h3>\n<p>Das BAMF kann nach der Anh\u00f6rung verschiedene Entscheidungen treffen, sie beruhen auf den Angaben der Antragsteller*innen und den Rechtsnormen. Das BAMF kann<\/p>\n<ul>\n<li>einen Schutzstatus gew\u00e4hren oder ein Abschiebungsverbot verh\u00e4ngen,<\/li>\n<li>den Asylantrag als (einfach) unbegr\u00fcndet, offensichtlich unbegr\u00fcndet oder unzul\u00e4ssig ablehnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der inhaltlichen Pr\u00fcfung des Asylverfahrens ist immer die \u00dcberpr\u00fcfung der Zul\u00e4ssigkeit des Antrags vorgeschaltet (\u00a7 29 AsylG). Gr\u00fcnde f\u00fcr unzul\u00e4ssige Asylantr\u00e4ge k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein anderer Mitgliedstaat der EU ist f\u00fcr die Bearbeitung des Asylantrages zust\u00e4ndig (Dublin III-VO).<\/li>\n<li>Der*Dem Antragsteller*in wurde bereits in einem anderen EU-Mitgliedsstaat internationaler Schutz gew\u00e4hrt.<\/li>\n<li>Die Person war in einem sicheren Drittstaat oder sonstigen Drittstaat im Sinne des \u00a7 27 AsylG vor Verfolgung sicher; dieser Drittstaat hat seine Aufnahmebereitschaft erkl\u00e4rt.<\/li>\n<li>Es wurde festgestellt, dass ein Asylfolgeantrag nach \u00a7 71 AsylG nicht zu einem erneuten Verfahren f\u00fchrt.<\/li>\n<\/ul>\n\t<h4>Dublin III-VO<\/h4>\n<p>Die sogenannte Dublin-III-Verordnung regelt die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Durchf\u00fchrung eines Asylverfahrens innerhalb der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Bezeichnung lautet: Verordnung (EU) Nr. 604\/2013 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der f\u00fcr die Pr\u00fcfung eines von einem Drittstaatsangeh\u00f6rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Der Verordnung zufolge ist immer der Mitgliedstaat zust\u00e4ndig, in dem die gefl\u00fcchtete Person zuerst europ\u00e4ischen Boden betreten oder das Schengen-Visum erhalten hat, mit der die Person nach Europa einreisen konnte. Dublin III enth\u00e4lt Kriterien, die eine Zust\u00e4ndigkeit erwirken k\u00f6nnen, zum Beispiel bei unbegleiteten Minderj\u00e4hrigen oder Familienangeh\u00f6rigen. Neben den EU-Mitgliedstaaten wenden Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein die Verordnung an.<\/p>\n<p>Dublin III ist zun\u00e4chst nur eine Zust\u00e4ndigkeitsregelung, noch geht es nicht um eine inhaltliche Pr\u00fcfung oder um die Entscheidung \u00fcber einen Asylantrag.<\/p>\nH\u00e4lt sich eine schutzsuchende Person in einem Mitgliedstaat auf, obwohl ein anderer Mitgliedsstaat gem\u00e4\u00df Dublin III-VO zust\u00e4ndig ist, hat der nichtzust\u00e4ndige Mitgliedstaat sechs Monate Zeit, die Person in den zust\u00e4ndigen Mitgliedsstaat zu \u00fcberstellen. Bei einem Untertauchen, dem sogenannten Fl\u00fcchtigsein, hat der Mitgliedsstaat h\u00f6chstens achtzehn, bei einem Aufenthalt in einer Strafhaftanstalt zw\u00f6lf Monate Zeit. In Deutschland wird die sogenannte \u00dcberstellung in der Regel als Abschiebung durchgef\u00fchrt, also als zwanghafte, nicht freiwillige \u00dcberstellung.<span id='easy-footnote-1-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-1-1619' title='Aufgrund ihrer Geografie sind Staaten an den EU-Au\u00dfengrenzen, insbesondere die s\u00fcdlichen L\u00e4nder, stark von der Dublin III-VO betroffen, weshalb die Gefl\u00fcchteten durch sogenannte Relocation-Programme auf andere Mitgliedstaaten verteilt werden, wenn auch im geringen Umfang (&lt;a href=&quot;https:\/\/www.bamf.de\/DE\/Themen\/AsylFluechtlingsschutz\/ResettlementRelocation\/Relocation\/relocation-node.html&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.bamf.de\/DE\/Themen\/AsylFluechtlingsschutz\/ResettlementRelocation\/Relocation\/relocation-node.html&amp;lt;\/&amp;gt;, abgerufen am 30.11.2020).&lt;br&gt;\n'><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/a>\n\t<h4>Anerkennung als Asylberechtige*r nach Artikel 16a Grundgesetz<\/h4>\n<p>Die Anerkennung als Asylberechtig*r erfolgt nach Artikel 16a Grundgesetz (GG); politisch Verfolgte genie\u00dfen Asylrecht (Art. 16a Abs. 1 GG). Seit dem sogenannten Asylkompromiss von 1993 gibt es kein uneingeschr\u00e4nktes Recht mehr auf Asyl, und seit ihrer Einf\u00fchrung trifft die sichere Drittstaatenregelung (Art. 16a Abs. 2 GG) nur noch auf Personen zu, die nicht \u00fcber einen Drittstaat eingereist sind, der sicher ist. Sichere Drittstaaten sind alle Mitgliedstaaten der EU sowie Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein (Anlage I zu \u00a7 26a AsylG). Eine Anerkennung erfolgt au\u00dferdem nur dann, wenn eine staatliche Verfolgung vorliegt, nicht bei einer Verfolgung durch andere Akteur*innen. Deshalb liegt die Anerkennungsquote des BAMF seit Jahren nur noch bei etwa einem Prozent.<span id='easy-footnote-2-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-2-1619' title='BAMF (2020): Schl\u00fcsselzahlen Asyl (1. Halbjahr 2020), S. 2, unter: &lt;a href=&quot;https:\/\/www.bamf.de\/SharedDocs\/Anlagen\/DE\/Statistik\/SchluesselzahlenAsyl\/flyer-schluesselzahlen-asyl-halbjahr-2020.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.bamf.de\/SharedDocs\/Anlagen\/DE\/Statistik\/SchluesselzahlenAsyl\/flyer-schluesselzahlen-asyl-halbjahr-2020.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3&lt;\/a&gt; (abgerufen am 30.11.20).'><sup>2<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<h4>Zuerkennung der Fl\u00fcchtlingseigenschaft im Sinne der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention<\/h4>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Anerkennung als Asylberechtigte*r ist das Abkommen \u00fcber die Rechtsstellung der Fl\u00fcchtlinge vom 28. Juli 1951 (Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention [<a href=\"https:\/\/www.unhcr.org\/dach\/wp-content\/uploads\/sites\/27\/2017\/03\/GFK_Pocket_2015_RZ_final_ansicht.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GFK<\/a>]). Mit \u00a7 3 Asylgesetz ist sie vollst\u00e4ndig in nationales Recht umgesetzt.<\/p>\n<p>Aus der GFK ergeben sich die Kriterien f\u00fcr die Zuerkennung der Fl\u00fcchtlingseigenschaft. So muss eine \u201ebegr\u00fcndete Furcht vor Verfolgung aufgrund von Rasse, Religion, Nationalit\u00e4t, politischen \u00dcberzeugung oder Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe&#8221; (vgl. GFK) vorliegen. Zu der \u201ebestimmten sozialen Gruppen&#8221; geh\u00f6ren unter anderem Menschen mit Behinderung.<\/p>\n<p>Zudem muss sich die Person au\u00dferhalb desjenigen Landes befinden,<\/p>\n<ol>\n<li>dessen Staatsangeh\u00f6rigkeit sie besitzt und dessen Schutz sie nicht in Anspruch nehmen kann oder aus Furcht nicht in Anspruch nehmen will, oder<\/li>\n<li>in dem sie als staatenlose Person ihren gew\u00f6hnlichen Aufenthalt hatte und in das sie nicht zur\u00fcckkehren kann oder aus Furcht nicht zur\u00fcckkehren will (\u00a7 3 Abs. 1 AsylG).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ausschlussgr\u00fcnde sind unter anderem: Verbrechen gegen den Frieden, die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen; auch grausame Handlungen (insbesondere Folter), die strafrechtlich verfolgt werden, k\u00f6nnen zu einem Ausschluss der Zuerkennung f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Zuerkennung der Fl\u00fcchtlingseigenschaft f\u00fchrt dazu, dass eine Aufenthaltserlaubnis f\u00fcr drei Jahre und der Reiseausweis f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge (Blauer Fl\u00fcchtlingspass) erteilt wird (\u00a7 25 Abs. 2 Alt 1 AufenthG). Zudem ist nun unter bestimmten Voraussetzungen der Familiennachzug erleichtert (\u00a7 29 Abs. 2 S. 2 Nr. 1 AufenthG). Au\u00dferdem ist mit der Erlaubnis zur Erwerbst\u00e4tigkeit der Zugang zum Arbeitsmarkt offen, und es erfolgt der Wechsel vom AsylbLG zum SGB II (Hartz IV).<\/p>\n<p>Die Zuerkennung der Fl\u00fcchtlingseigenschaft im Sinne der GFK und die Anerkennung als&nbsp;Asylberechtigte*r sind somit in ihren Rechtsfolgen identisch.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/03\/muster_aufenthaltserlaubnis.jpg\">\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/03\/muster_aufenthaltserlaubnis.jpg\" alt=\"Muster eine Aufenthaltserlaubnis (Vorderseite, im Scheckkartenformat) gem\u00e4\u00df Aufenthaltsverordnung (AufenthV) Anlage D14 Aufenthaltstitel nach \u00a7 4 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 Aufenthaltsgesetz\">\n\t\t<\/a>\t\t\t\t<p>\u00a9 Quelle: Bundesministerium des Innern &#8211; Verordnung zur Anpassung von aufenthalts- und personalausweisrechtlichen Vorschriften. Abgedruckt in: BGBl. Teil I: Nr. 49 (2019) Ver\u00f6ffentlicht am 18.12.2019<\/p>\n\t<h4>Zuerkennung des subsidi\u00e4ren Schutzes<\/h4>\n<p>Wird keine Asylberechtigung und keine Fl\u00fcchtlingseigenschaft festgestellt, pr\u00fcft das BAMF, ob der schutzsuchenden Person bei einer R\u00fcckkehr in ihr Herkunftsland ernsthafter Schaden droht und subsidi\u00e4rer Schutz gew\u00e4hrt werden kann.<\/p>\n<p>Der subsidi\u00e4re Schutzstatus ergibt sich aus der sogenannten Qualifikationsrichtlinie der EU<span id='easy-footnote-3-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-3-1619' title='Richtlinie 2011\/95\/EU des europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 u\u0308ber Normen fu\u0308r die Anerkennung von Drittstaatsangeho\u0308rigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf internationalen Schutz, fu\u0308r einen einheitlichen Status fu\u0308r Flu\u0308chtlinge oder fu\u0308r Personen mit Anrecht auf subsidia\u0308ren Schutz und fu\u0308r den Inhalt des zu gewa\u0308hrenden Schutzes.'><sup>3<\/sup><\/a><\/span>; sie ist in \u00a7 4 AsylG umgesetzt und beschreibt den \u201eernsthaften Schaden&#8221; als Verh\u00e4ngung oder Vollstreckung der Todesstrafe, Folter oder unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung. F\u00fcr die Zuerkennung des subsidi\u00e4ren Schutzes pr\u00fcft das BAMF gleicherma\u00dfen, ob das Leben der schutzsuchenden Person infolge willk\u00fcrlicher Gewalt durch einen internationalen oder innerstaatlichen bewaffneten Konflikt bedroht ist.<\/p>\n<p>Die Rechtsfolgen einer Zuerkennung des subsidi\u00e4ren Schutzes unterscheiden sich von denen der Asylberechtigung und Fl\u00fcchtlingseigenschaft. Zwar wird auch hierbei eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, aber nach \u00a7 25 Abs. 2 Alt 2 AufenthG und zun\u00e4chst nur f\u00fcr ein Jahr. Die Verl\u00e4ngerung der Aufenthaltserlaubnis ist gesetzlich geregelt: Sie kann f\u00fcr weitere zwei Jahre erteilt werden. Anders als bei der Anerkennung der Asylberechtigung und Zuerkennung der Fl\u00fcchtlingseigenschaft wird kein blauer Fl\u00fcchtlingspass erteilt und auch der Familiennachzug findet nur unter bestimmten Voraussetzungen und nach Ermessen der Beh\u00f6rden statt (\u00a7 36a AufenthG). Somit besteht kein Anspruch, Familienangeh\u00f6rige nachzuholen. Rechtlich als Anspruchsnorm verankert ist die Erlaubnis zur Erwerbst\u00e4tigkeit f\u00fcr den Zugang zum Arbeitsmarkt und der Wechsel vom AsylbLG zum SGB II (\u201eHartz IV&#8221;).<\/p>\n\n<p>Abschiebungsverbote kommen zum Tragen, wenn aus Sicht des BAMF<\/p>\n<ul>\n<li>bei der inhaltlichen Pr\u00fcfung des Asylantrages die Voraussetzungen der Asylberechtigung, der Fl\u00fcchtlingseigenschaft nach der GFK und des subsidi\u00e4ren Schutzes nicht vorliegen, aber<\/li>\n<li>eine Abschiebung in das Herkunftsland unter Ber\u00fccksichtigung der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) unzul\u00e4ssig ist (\u00a7 60 Abs. 5 AufenthG) oder<\/li>\n<li>\u201eeine erhebliche konkrete Gefahr f\u00fcr Leib, Leben oder Freiheit besteht&#8221; (\u00a7 60 Abs. 7 AufenthG).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abschiebungsverbote gem\u00e4\u00df \u00a7 60 Absatz 5 oder 7 AufenfthG sind somit ein eigener nationaler Abschiebungsschutz. Er kann unabh\u00e4ngig von der Voraussetzung eines internationalen Schutzstatus angewendet werden. Jedoch gibt es eine Einschr\u00e4nkung: Hierf\u00fcr kommen nur zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse in Betracht. Auch Krankheiten k\u00f6nnen je nach Einzelfall eine entscheidende Rolle spielen, wenn sie im Herkunftsland nicht ad\u00e4quat behandelt werden k\u00f6nnen oder eine Versorgung oder Nachsorge nicht gew\u00e4hrleistet erscheint.<span id='easy-footnote-4-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-4-1619' title='Jentsch (2020): Krankheit als Abschiebungshindernis, 2. Auflage, S. 12, &lt;a href=&quot;https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2020-10_Broschuere_Krankheit_Abschiebungshindernis_2Aufl.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2020-10_Broschuere_Krankheit_Abschiebungshindernis_2Aufl.pdf&lt;\/a&gt; (abgerufen am 30.11.20)'><sup>4<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p>Rechtsfolgen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gem\u00e4\u00df \u00a7 25 Absatz 3 AufenthG im (gebundenen) Ermessen f\u00fcr mindestens ein Jahr, maximal drei Jahre.<\/li>\n<li>Erschwerter Familiennachzug, zum Beispiel muss der Lebensunterhalt in der Regel durch Erwerbst\u00e4tigkeit f\u00fcr alle Angeh\u00f6rigen gesichert sein und der\/die Ehepartner*in A1-Sprachkenntnisse nachweisen.<\/li>\n<li>Wechsel vom Leistungssystem des AsylbLG zum SGB II (\u201eHartz IV&#8221;) erst nach Erteilung der Aufenthaltserlaubnis beziehungsweise des elektronischen Aufenthaltstitels (eAT).<\/li>\n<\/ul>\n\t<h3>Ablehnungsentscheidungen des BAMF und Rechtsmittel<\/h3>\n<p>Wenn das BAMF weder einen Schutzstatus zuerkennt, noch entscheidet, dass nationale Abschiebungsverbote vorliegen, dann handelt es sich um eine Ablehnung im Asylverfahren. Die Ablehnungsformen unterscheiden sich sowohl durch die Ablehnungsbegr\u00fcndung als auch bei den Ausreise- und Rechtsmittelfristen. Mit der Ablehnung verbunden ist immer ein Einreise- und Aufenthaltsverbot (\u00a7 11 AufenthG).<\/p>\n<p>Unterschieden werden<\/p>\n<ul>\n<li>die einfache (unbegr\u00fcndete) Ablehnung,<\/li>\n<li>die offensichtlich unbegr\u00fcndete (o. u.) Ablehnung und<\/li>\n<li>der unzul\u00e4ssige Asylantrag (siehe oben).<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcbersicht der Ablehnungsentscheidungen und Rechtsmittelformen und -fristen:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>BAMF-Entscheidung<\/b><\/td>\n<td><b>Klage<\/b><\/td>\n<td><b>Begr\u00fcndung&nbsp;<\/b><\/td>\n<td><b>Eilantrag<\/b><\/td>\n<td><b>Rechtsgrundlage<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Unzul\u00e4ssig<\/b><\/td>\n<td>1 Woche<\/td>\n<td>1 Monat<\/td>\n<td>1 Woche<\/td>\n<td><b>\u00a7\u00a7 74 un<\/b><b>d<\/b><b> 36 III AsylG<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Unzul\u00e4ssig unter anderem wegen Dublin<\/b><\/td>\n<td>1 Woche<\/td>\n<td>1 Monat<\/td>\n<td>1 Woche<\/td>\n<td><b>\u00a7 34a Abs. 2 AsylG<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Offensichtlich unbegr\u00fcndet<\/b><\/td>\n<td>1 Woche<\/td>\n<td>1 Monat<\/td>\n<td>1 Woche<\/td>\n<td><b>\u00a7\u00a7 74 un<\/b><b>d<\/b><b> 36 III AsylG<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Einfach unbegr\u00fcndet<\/b><\/td>\n<td>2 Wochen<\/td>\n<td>1 Monat<\/td>\n<td>nicht erforderlich<\/td>\n<td><b>\u00a7\u00a7 74 und 75 AsylG<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b><i>(Teil-)Anerkennung (zum Beispiel s<\/i><\/b><b><i>ubsidi\u00e4rer Schutz oder Abschiebungsverbote)<\/i><\/b><\/td>\n<td><i>2 Wochen<\/i><\/td>\n<td><i>1 Monat<\/i><\/td>\n<td><i>nicht erforderlich<\/i><\/td>\n<td><b><i>\u00a7 74 AsylG<\/i><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3>\n\t\tWeiterf\u00fchrende Informationen\n\t<\/h3>\n\t<p>Informationsverbund Asyl &amp; Migration<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leitfaden zum Fl\u00fcchtlingsrecht<\/p>\nDie materiellrechtlichen Voraussetzungen f\u00fcr die Gew\u00e4hrung von<br>\nFl\u00fcchtlings- oder anderweitigem Schutz: <a href=\"https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2019-12_Leitfaden_Fluechtlingsrecht_3Aufl.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2019-12_Leitfaden_Fluechtlingsrecht_3Aufl.pdf<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>UNHCR<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Asylverfahren<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>R\u00fcck\u00fcberstellung in ein anderes EU-Land<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n\t\tFl\u00fcchtlingsorganisationen\n\t<\/h4>\n\t<p>PRO ASYL<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>GGUA<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Amnesty International<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>UNHCR<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlingsr\u00e4te<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\n\t\tKrankheitsbezogene Aufenthaltspapiere und -titel\n\t<\/h2>\n\t<p>Krankheitsbezogene Abschiebungshindernisse mit Inlandsbezug k\u00f6nnen f\u00fcr die Aufenthaltssicherung einer von chronischer Erkrankung oder Behinderung betroffenen Person abseits des Asylverfahrens eine wichtige Rolle spielen. Aus ihnen ergeben sich Aufenthalte, die sich trotz vollziehbarer Ausreisepflicht einstellen, und Aufenthalte durch Aufenthaltserlaubnisse, die urspr\u00fcnglich wegen eines anderen Zweckes erteilt worden sind.<\/p>\n<h4 id=\"du\">Duldung &#8211; \u00a7 60a AufenthG<\/h4>\n<p>Die Duldung ist kein Aufenthaltstitel im Sinne des AufenthG, sondern ein Aufenthaltspapier, das bescheinigt, dass eine Abschiebung vor\u00fcbergehend ausgesetzt ist. Wer eine Duldung hat, bleibt somit vollziehbar ausreisepflichtig. Die Abschiebung kann oder soll lediglich aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht erfolgen.<\/p>\n<p>Unterschieden wird zwischen<\/p>\n<ul>\n<li>tats\u00e4chlichen Gr\u00fcnden (zum Beispiel dem Fehlen eines Reisepasses oder eine unterbrochene Verkehrsanbindung),<\/li>\n<li>rechtlichen Gr\u00fcnden (zum Beispiel der Schutz von Ehe und Familie [Art. 6 GG]),<\/li>\n<li>pers\u00f6nlichen oder humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden (zum Beispiel der Abschluss eines Schuljahres, das Absolvieren einer Berufsausbildung oder die Pflege eines Angeh\u00f6rigen. Auch Erkrankungen und Behinderungen k\u00f6nnen eine Duldung aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden begr\u00fcnden.<span id='easy-footnote-5-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-5-1619' title='Jentsch (2020): Krankheit als Abschiebungshindernis, 2. Auflage, S. 44, &lt;a href=&quot;https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2020-10_Broschuere_Krankheit_Abschiebungshindernis_2Aufl.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2020-10_Broschuere_Krankheit_Abschiebungshindernis_2Aufl.pdf&lt;\/a&gt; (abgerufen am 30.11.20).'><sup>5<\/sup><\/a><\/span>).<\/li>\n<\/ul>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/akv6394.jpg\">\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/akv6394.jpg\" alt=\"Muster einer Duldung gem\u00e4\u00df Aufenthaltsverordnung (AufenthV), Anlage D2a Bescheinigung \u00fcber die Aussetzung der Abschiebung (Duldung)n nach \u00a7 60a Abs. 4 Aufenthaltsgesetz\">\n\t\t<\/a>\t\t\t\t<p>\u00a9 Quelle: Duldung (Tr\u00e4gervordruck) f\u00fcr Ausl\u00e4nder in Deutschland; Bundesgesetzblatt 2004, I S. 2973\/2974<\/p>\n\t<p>Die Duldung wird in der Regel nur f\u00fcr einen kurzen Zeitraum erteilt. Sie muss regelm\u00e4\u00dfig verl\u00e4ngert werden. Zust\u00e4ndig f\u00fcr ihre Erteilung sind die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rden. Sie pr\u00fcfen auch, ob die Duldungsgr\u00fcnde weiterhin vorliegen oder ob andere Gr\u00fcnde hinzugekommen sind. Liegen f\u00fcr die Aussetzung der Abschiebung keine Gr\u00fcnde mehr vor, werden sogenannte aufenthaltsbeendende Ma\u00dfnahmen eingeleitet, das hei\u00dft, die Ausreisepflicht wird durchgesetzt (= \u201eAbschiebung&#8221;).<\/p>\n<p>Im August 2019 wurde das Migrationspakets umgesetzt und mit dem Zweiten Gesetz der besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht eine Sonderform der Duldung eingef\u00fchrt: die Duldung f\u00fcr Personen mit ungekl\u00e4rter Identit\u00e4t &#8211; \u00a7 60b AufenthG, die sogenannte Duldung light.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr die Erteilung der Duldung f\u00fcr Personen mit ungekl\u00e4rter Identit\u00e4t ist,<\/p>\n<ul>\n<li>dass deren Abschiebung aus selbst zu vertretenden Gr\u00fcnden nicht vollzogen werden kann, weil das sogenannte Abschiebungshindernis durch die T\u00e4uschung \u00fcber Identit\u00e4t, Staatsangeh\u00f6rigkeit oder falsche Angaben selbst herbeigef\u00fchrt wurde;<\/li>\n<li>dass diese Personen sogenannten Passbeschaffungspflichten nicht nachkommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Rechtsfolge der Duldung light sind Sanktionen: unter anderem Leistungsk\u00fcrzungen im AsylbLG und ein Arbeitsverbot.<\/p>\n\t<h3>Aufenthalt aus humanit\u00e4ren oder pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden &#8211; \u00a7 25 Abs. 4 Satz 1 AufenthG<\/h3>\n<p>Im Ermessen der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde kann \u201e[e]inem nicht vollziehbar ausreisepflichtigen Ausl\u00e4nder [\u2026] f\u00fcr einen vor\u00fcbergehenden Aufenthalt eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, solange dringende humanit\u00e4re oder pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde oder erhebliche \u00f6ffentliche Interessen seine vor\u00fcbergehende weitere Anwesenheit im Bundesgebiet erfordern&#8221; (\u00a7 25 Abs. 4 S. 1 AufenthG).<\/p>\n<p>Bei dieser Aufenthaltserlaubnis werden inlandsbezogene Abschiebungshindernisse ber\u00fccksichtigt, nicht jedoch Hindernisse, die bei der R\u00fcckkehr ins Herkunftsland auftreten. Voraussetzung f\u00fcr ihre Erteilung ist die nichtvollziehbare Ausreisepflicht. Mit ihr liegt dann ein urspr\u00fcnglich erlaubter Aufenthalt aus einem anderen Grund vor (zum Beispiel ein Touristenvisum). Im Gesetzeswortlaut ist es ein vor\u00fcbergehender Aufenthalt: Die Aufenthaltserlaubnis wird zun\u00e4chst f\u00fcr sechs Monate erteilt, m\u00f6glich sind aber Ausnahmen und Verl\u00e4ngerung.<\/p>\n<p>Zu den \u201edringenden humanit\u00e4ren oder pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden&#8221; z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>die \u00e4rztliche Behandlung, der Abschluss einer \u00e4rztlichen Behandlung;<\/li>\n<li>eine medizinische Operation,<\/li>\n<li>die vor\u00fcbergehende Betreuung schwerkranker Angeh\u00f6riger.<span id='easy-footnote-6-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-6-1619' title='Jentsch (2020): Krankheit als Abschiebungshindernis, 2. Auflage, S. 36 f, Online: &lt;a href=&quot;https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2020-10_Broschuere_Krankheit_Abschiebungshindernis_2Aufl.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.asyl.net\/fileadmin\/user_upload\/publikationen\/Arbeitshilfen\/2020-10_Broschuere_Krankheit_Abschiebungshindernis_2Aufl.pdf&lt;\/a&gt; (abgerufen am 30.11.20)&lt;br&gt;\n'><sup>6<\/sup><\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n\t<h3>Aufenthaltserlaubnis bei Vorliegen au\u00dfergew\u00f6hnlicher H\u00e4rte<\/h3>\n<p>Liegt eine au\u00dfergew\u00f6hnliche H\u00e4rte vor, bildet \u00a7 25 AufenthG Absatz 4 Satz 2 eine eigene Rechtsgrundlage f\u00fcr eine Aufenthaltserlaubnis; er gilt unabh\u00e4ngig von Satz 1.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis aufgrund au\u00dfergew\u00f6hnlicher H\u00e4rte kommt jeder rechtm\u00e4\u00dfige Voraufenthalt in Betracht, der einem Aufenthaltstitel zugrunde liegt. Nun ist der Gesetzestext jedoch unbestimmt, ungeregelt l\u00e4sst er die Erteilungsdauer, sodass er auch die Perspektive auf einen Daueraufenthalt erlaubt.<\/p>\n<p>Die Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zum Aufenthaltsgesetz (AufenthG-AVV) sind restriktiv und zugleich offen verfasst. Aufgrund dessen gibt es in der Praxis zahlreiche Interpretationen des Anwendungsbereichs des Paragrafen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr eine au\u00dfergew\u00f6hnliche H\u00e4rte k\u00f6nnen sein:<span id='easy-footnote-7-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-7-1619' title='Ebd., S. 39'><sup>7<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>gesundheitliche Problemen, zum Beispiel eine Nierenerkrankung, die mit einer Dialyse verbunden ist, eine Krebs- oder Aidserkrankung<\/li>\n<li>die Betreuungsbed\u00fcrftigkeit hier lebender Familienangeh\u00f6riger<\/li>\n<\/ul>\n\t<h3>Aufenthaltserlaubnis wegen Unm\u00f6glichkeit der Ausreise<\/h3>\n<p>\u201eEinem Ausl\u00e4nder, der vollziehbar ausreisepflichtig ist, kann eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn seine Ausreise aus <strong>rechtlichen oder tats\u00e4chlichen Gr\u00fcnden<\/strong> unm\u00f6glich ist und mit dem Wegfall der Ausreisehindernisse in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Die Aufenthaltserlaubnis <strong>soll erteilt werden, wenn die Abschiebung seit 18 Monaten<\/strong> ausgesetzt ist. Eine Aufenthaltserlaubnis darf nur erteilt werden, wenn der Ausl\u00e4nder unverschuldet an der Ausreise gehindert ist.&#8221; (\u00a7 25 Abs. 5 AufenthG)<\/p>\n<p>Dies er\u00f6ffnet den Inhaber*innen einer Duldung (\u00a7 60a AufenthG) die M\u00f6glichkeit, eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Jedoch muss erwiesen sein, dass eine \u201eUnm\u00f6glichkeit der Ausreise- bzw. des Ausreisehindernisses f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit&#8221; vorliegt<span id='easy-footnote-8-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-8-1619' title='Hierbei handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, dem keine genaue Zeitangabe zugrunde liegt. Unumstritten ist jedoch, dass es sich nicht um kurzfristige Zeitr\u00e4ume handeln kann.'><sup>8<\/sup><\/a><\/span>. Hierbei geht es um<\/p>\n<ul>\n<li>die tats\u00e4chliche Unm\u00f6glichkeit (zum Beispiel eine Transportunf\u00e4higkeit aufgrund einer Erkrankung) und<\/li>\n<li>die rechtliche Unm\u00f6glichkeit (zum Beispiel wegen einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung)<\/li>\n<\/ul>\n<p>der Ausreise &#8211; nicht der Abschiebung.<\/p>\n\t<h2>Handlungsoptionen f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderung und deren Berater*innen<\/h2>\n<p>Welche rechtlichen Handlungsspielr\u00e4ume haben gefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderung? Wie k\u00f6nnen Berater*innen Menschen mit Behinderung und Fluchthintergrund unterst\u00fctzen &#8211; hinsichtlich des Asylverfahrens, krankheitsbedingter Abschiebungsverbote und -hindernisse sowie bei der Unterbringung? Auf Grundlage welcher Rechtsquellen k\u00f6nnen sie argumentieren? Mit solchen Fragen sind Berater*innen aus der Fl\u00fcchtlings- und Behindertenhilfe konfrontiert, daher zeigen wir im Folgenden Handlungsoptionen f\u00fcr die Beratung auf.<span id='easy-footnote-9-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-9-1619' title='Die Handlungsoptionen beziehen sich nicht auf die Durchsetzung der Rechte durch Klagen und Eilverfahren. Diese k\u00f6nnen in Zusammenarbeit mit Rechtsanw\u00e4lt*innen dennoch durchaus sinnvoll sein. '><sup>9<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<h3>Auf der Landesebene: <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#f\u00f6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wohnverpflichtungen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Residenzpflicht<\/a><\/h3>\n<h4>Unterst\u00fctzung bei der Beschaffung von Unterlagen und Nachweisen \u00fcber die Behinderung:<\/h4>\n<p>Berater*innen sollten zuerst kl\u00e4ren, ob eine schutzsuchende Person \u00fcber medizinische Stellungnahmen zu ihrer Behinderung verf\u00fcgt. Oft werden Kosten f\u00fcr Besuche in Arztpraxen und besonders f\u00fcr \u00e4rztliche Stellungnahmen am Anfang des Asylverfahrens nicht \u00fcbernommen. Daher ist zu kl\u00e4ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Hat die Person Unterlagen aus dem Herkunfts- oder einem Drittland mitgebracht?<\/li>\n<li>Liegen ihr bereits medizinische Dokumente aus Deutschland vor?<\/li>\n<li>Gibt es in der N\u00e4he Beratungsstellen f\u00fcr Menschen mit Behinderung, die f\u00fcr eine Stellungnahme hinzugezogen werden k\u00f6nnten, wenn vorerst keine medizinischen Dokumente beschafft werden k\u00f6nnen?<\/li>\n<\/ul>\n\n<h4>Auf die besondere Schutzbed\u00fcrftigkeit aufmerksam machen<\/h4>\nMenschen mit Behinderungen sind gem\u00e4\u00df Artikel 21 der EU-Aufnahmerichtlinie 2013\/33\/EU schutzbed\u00fcrftige Personen<span id='easy-footnote-10-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-10-1619' title='Die Richtlinie bezieht sich auf Personen, die internationalen Schutz beantragt haben und deren Antrag noch nicht rechtskr\u00e4ftig abgelehnt worden ist.'><sup>10<\/sup><\/a><\/span>. Deutschland ist verpflichtet, zu identifizieren, welche Personen besondere Bed\u00fcrfnisse haben und welcher Art diese Bed\u00fcrfnisse sind (Art. 22 EU-Aufnahmerichtlinie 2013\/33\/EU). Dies geschieht meist nicht.<br>\nDaher sollten die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden (zum Beispiel die Leitung der Aufnahmeeinrichtung, Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde und die l\u00e4nderspezifische Verteilbeh\u00f6rde) durch die Berater*innen auf die besondere Schutzbed\u00fcrftigkeit gem\u00e4\u00df Artikel 21 der Aufnahmerichtlinie aufmerksam gemacht werden. Dies geschieht am besten schriftlich und mit den entsprechenden Dokumenten.\n<h4>Beantragung der Entlassung aus der Aufnahmeeinrichtung<\/h4>\n<p>Kann der Schutz von Menschen mit Behinderungen in einer Aufnahmeeinrichtung nicht gew\u00e4hrleistet werden, sollten Berater*innen bei der Zuweisungsbeh\u00f6rde einen Antrag auf Entlassung aus der Aufnahmeeinrichtung gem\u00e4\u00df \u00a7 49 Absatz 2 AsylG stellen. Dieser beinhaltet, dass die Wohnverpflichtung aus \u201eanderen zwingenden Gr\u00fcnden&#8221; beendet werden kann.<\/p>\n<p>Zwingende Gr\u00fcnde liegen unter anderem vor, wenn h\u00f6herrangiges Recht verletzt wird. Dazu z\u00e4hlt zum Beispiel Artikel 28 der UN-BRK<span id='easy-footnote-11-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-11-1619' title='\u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderung.'><sup>11<\/sup><\/a><\/span>. Er zielt ab auf das \u201eRecht von Menschen mit Behinderungen auf einen angemessenen Lebensstandard f\u00fcr sich selbst und ihre Familien, einschlie\u00dflich angemessener Ern\u00e4hrung, Bekleidung und Wohnung [\u2026]&#8221;.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kinder mit Behinderung sollte auch die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention<span id='easy-footnote-12-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-12-1619' title='\u00dcbereinkommen \u00fcber die Rechte des Kindes.'><sup>12<\/sup><\/a><\/span> beachtet werden. Hinzuziehen k\u00f6nnen Berater*innen schriftliche Stellungnahmen m\u00f6glichst medizinischer Art.<\/p>\n<p>\u00a7 49 Absatz 2 AsylG zielt dar\u00fcber hinaus auf die \u00f6ffentliche Gesundheitsvorsorge als Rechtsgrund f\u00fcr eine Entlassung aus der Aufnahmeeinrichtung ab. Menschen mit Behinderung unterliegen sehr oft einem erh\u00f6hten Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken.<span id='easy-footnote-13-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-13-1619' title='HI (2020), Gefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderung vor Corona sch\u00fctzen &amp;#8211; Infektionsrisiken senken, S. 1 ff., &lt;a href=&quot;https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Gefluchtete_Menschen_mit_Behinderung_vor_Corona_schutzen_-_Infektionsrisiken_senken.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Gefluchtete_Menschen_mit_Behinderung_vor_Corona_schutzen_-_Infektionsrisiken_senken.pdf&lt;\/a&gt; (abgerufen am 23.11.2020).'><sup>13<\/sup><\/a><\/span> Daher sollten Berater*innen die Entlassung aus einer Aufnahmeeinrichtung beantragen, sobald medizinische Stellungnahmen die Notwendigkeit der Unterbringung au\u00dferhalb der Sammelunterkunft darlegen. Entspricht die Unterbringung in einer Sammelunterkunft nicht dem Bedarf der gefl\u00fcchteten Person mit Behinderung, kann ihr Schutz als schutzbed\u00fcrftige Personen nicht gew\u00e4hrleistet werden. Dies widerspricht \u00a7 44 Absatz 2a AsylG.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen sind die L\u00e4nder nicht verpflichtet, eine Person in einer Aufnahmeeinrichtung unterzubringen. Sie k\u00f6nnen Menschen mit Behinderung jederzeit einer Kommune zuweisen.<span id='easy-footnote-14-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-14-1619' title='Weiser (2019): Das Migrationspaket und seine Folgen f\u00fcr Menschen mit Behinderung. Handicap International (Hg.), S. 5, &lt;a href=&quot;https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Folgen_des_Migrationspaketes_fur_Menschen_mit_Behinderung.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Folgen_des_Migrationspaketes_fur_Menschen_mit_Behinderung.pdf&lt;\/a&gt; (abgerufen am 28.11.2020).'><sup>14<\/sup><\/a><\/span> Bei der Zuweisung sollte darauf geachtet werden, dass gefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderung Kommunen zugewiesen werden, die \u00fcber ein Netzwerk aus Fachberatungsstellen, Selbstorganisationen und Communitys von Menschen mit Behinderungen (zum Beispiel Geh\u00f6rlosenvereine) und medizinischen Versorgungsm\u00f6glichkeiten verf\u00fcgen. Sie sollten daher in dem Antrag auf Zuweisung auf diese und auf andere Aspekte, zum Beispiel Barrierefreiheit, unbedingt eingehen.<\/p>\n<h4>Stellen eines Antrags auf Verlassenserlaubnis<\/h4>\n<p>Menschen, die zum Wohnen in einer Aufnahmeeinrichtung verpflichtet sind, unterliegen der Residenzpflicht. Wenn \u201ezwingende Gr\u00fcnde es erfordern&#8221;, kann das <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#f%C3%B6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BAMF<\/a> einer Person erlauben, den Aufenthaltsbereich zu verlassen, den \u00a7 56 AsylG festlegt. Die h\u00e4ufig abgeschiedene Lage von Erstaufnahmeeinrichtungen erschwert Besuche in Fachberatungsstellen oder Arztpraxen. Daher sollten Berater*innen einen Antrag auf Verlassenserlaubnis stellen (\u00a7 57 Abs. 1). Argumentieren k\u00f6nnen sie beispielsweise mit Artikel 19 Absatz 2 EU-Aufnahmerichtlinie 2013\/33\/EU (medizinische Leistungen f\u00fcr besonders Schutzbed\u00fcrftige) und mit Artikel 25 UN-BRK (Recht auf Gesundheit ohne Diskriminierung).<\/p>\n\t<h4>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/h4>\n<p>Kompetenznetz Public Health COVID\u201019<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Appell von Handicap International<\/p>\nGefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderung vor Corona sch\u00fctzen &#8211;<br>\nInfektionsrisiken senken: <a href=\"https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Gefluchtete_Menschen_mit_Behinderung_vor_Corona_schutzen_-_Infektionsrisiken_senken.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Gefluchtete_Menschen_mit_Behinderung_vor_Corona_schutzen_-_Infektionsrisiken_senken.pdf<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Appell von Handicap International<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Richtlinie 2013\/33\/EU des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Robert-Koch-Institut<\/p>\n\n\t<h3>Auf der kommunalen Ebene<\/h3>\n<h4>Hinwirken auf den Einzug in eine barrierefreie und bedarfsgerechte Unterkunft<\/h4>\nNur wenige St\u00e4dten haben kommunale Konzepte f\u00fcr die Unterbringung gefl\u00fcchteter Menschen, und es fehlt an verpflichtenden Mindeststandards.<span id='easy-footnote-15-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-15-1619' title='Fl\u00fcchtlingsrat NRW: Kommunale Unterbringungskonzepte. Unterbringungskonzepte mit Mindeststandards, &lt;a href=&quot;https:\/\/www.frnrw.de\/themen-a-z\/unterbringung-von-fluechtlingen\/unterbringung-in-den-kommunen\/kommunale-unterbringungskonzepte-und-standards\/unterbringungskonzepte-mit-mindeststandards.html&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.frnrw.de\/themen-a-z\/unterbringung-von-fluechtlingen\/unterbringung-in-den-kommunen\/kommunale-unterbringungskonzepte-und-standards\/unterbringungskonzepte-mit-mindeststandards.html.&lt;\/a&gt;&lt;br&gt;\n'><sup>15<\/sup><\/a><\/span><br>\nDie Mindeststandards zum Schutz gefl\u00fcchteter Menschen in Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften, die im Rahmen einer Initiative des Bundesministeriums f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und UNICEF entwickelt wurden, verf\u00fcgen \u00fcber einen Annex zur \u201eUmsetzung der Mindeststandards f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderungen&#8221;<span id='easy-footnote-16-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-16-1619' title='BMFSFJ, UNICEF (2018): Mindeststandards zum Schutz von gefl\u00fcchteten Menschen in Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften &lt;a href=&quot;https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/materialien\/mindeststandards-zum-schutz-von-gefluechteten-menschen\/144156&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/materialien\/mindeststandards-zum-schutz-von-gefluechteten-menschen\/144156&lt;\/a&gt; (abgerufen am 28.11.2020).&lt;br&gt;\n'><sup>16<\/sup><\/a><\/span>. Die im Annex aufgef\u00fchrten Forderungen sind zwar nicht verpflichtend, k\u00f6nnen von Berater*innen aber f\u00fcr die Argumentation f\u00fcr eine bedarfsgerechte Unterkunft herangezogen werden.\n<p>Artikel 28 der UN-BRK<span id='easy-footnote-17-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-17-1619' title='\u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderung.'><sup>17<\/sup><\/a><\/span> beinhaltet das \u201eRecht von Menschen mit Behinderungen auf einen angemessenen Lebensstandard f\u00fcr sich selbst und ihre Familien, einschlie\u00dflich angemessener Ern\u00e4hrung, Bekleidung und Wohnung [\u2026]&#8221; Liegt eine Verletzung dieses Rechts vor, sollten Berater*innen bei der kommunalen Beh\u00f6rde auf einen Umzug hinwirken.<span id='easy-footnote-18-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-18-1619' title='Hierbei ist f\u00fcr asylsuchende Personen ebenso die EU-Aufnahmerichtlinie 2013\/33\/EU anzuwenden.'><sup>18<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<h4>Unterst\u00fctzung bei der Wohnungssuche<\/h4>\n<p>Oftmals ist die Unterbringung in Gemeinschaftsunterk\u00fcnften mit einem Mangel an Autonomie, R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten, Barrierefreiheit und anderen Stressfaktoren verbunden. Darum sollte die Unterbringung gefl\u00fcchteter Menschen mit Behinderung in Wohnungen bevorzugt werden. Gem\u00e4\u00df \u00a7 53 Absatz 1 AsylG sind auch \u201eBelange des Ausl\u00e4nders&#8221; zu ber\u00fccksichtigen. Kann dessen Unterbringung nicht bedarfsgerecht erfolgen, sollten Berater*innen dies anzeigen und die Erlaubnis der Beh\u00f6rde einholen, dass die Person ausziehen darf.<\/p>\n<p>In Kommunen, die keine Wohnungen bereitstellen, gibt es f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen mit Behinderung oft hohe Barrieren: Sie erleben bei der Wohnungssuche h\u00e4ufig eine doppelte Diskriminierung aufgrund ihres Fluchthintergrunds und wegen ihrer Behinderung. Daher kann es f\u00fcr sie hilfreich sein, wenn Berater*innen sie bei der Wohnungssuche unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h4>Beantragung einer Umverteilung<\/h4>\n<p>Gem\u00e4\u00df den \u00a7\u00a7 50 und 51 AsylG kann eine landesinterne beziehungsweise l\u00e4nder\u00fcbergreifende Umverteilung f\u00fcr Asylsuchende und Geduldete erfolgen. Dabei sind unter anderem \u201esonstige humanit\u00e4re Gr\u00fcnde von vergleichbarem Gewicht&#8221; zu ber\u00fccksichtigen, zum Beispiel eine medizinisch-therapeutische Notwendigkeit. Fach\u00e4rztliche Stellungnahmen sollten die Notwendigkeit belegen.<\/p>\nBeantragung einer Aufhebung der Wohnsitzauflage f\u00fcr Anerkannte:<br>\nGem\u00e4\u00df \u00a7 12 a Absatz 5 AufenthG ist \u201e[z]ur Vermeidung einer H\u00e4rte&#8221; eine Wohnsitzauflage auf Antrag unter anderem dann aufzuheben, wenn \u201ef\u00fcr den Betroffenen aus sonstigen Gr\u00fcnden vergleichbare unzumutbare Einschr\u00e4nkungen entstehen&#8221;. Dies kann zum Beispiel bei einer Pflegebed\u00fcrftigkeit und mangelhafter Versorgung der Fall sein.\n<h4><\/h4>\n<h4>Weitere Informationen<\/h4>\n<p>Arbeitshilfe zum Thema Flucht und Migration<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>UNICEF<\/p>\n\n\t<h3>Das Asylverfahren in Deutschland und die damit einhergehenden verschiedenen Aufenthaltsstatus<\/h3>\n<h4>Unterst\u00fctzung bei der Beschaffung von Unterlagen und Nachweisen \u00fcber die Behinderung\/Erkrankung<\/h4>\n<p>Bei der Pr\u00fcfung eines <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abschiebungsverbots gem\u00e4\u00df \u00a7 60 Absatz 7 AufenthG<\/a> muss eine Person eine Erkrankung, die die Abschiebung beeintr\u00e4chtigen kann, durch eine sogenannte qualifizierte \u00e4rztliche Bescheinigung glaubhaft machen (\u00a7 60 Abs. 7 Satz 1 und 2 AufenthG i. V. m. \u00a7 60a Abs. 2c Satz 2 und 3 AufenthG).<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr sind die Anforderungen mitunter hoch und gerade im Asylverfahren oft schwer zu erbringen.<span id='easy-footnote-19-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-19-1619' title='Weitere Informationen zur qualifizierten \u00e4rztlichen Bescheinigung in: Deutsches Rotes Kreuz e. V. und Informationsverbund ASYL &amp;amp; MIGRATION e. V. (2020) (Hg.): Krankheit als Abschiebungshindernis. Anforderung an die Darlegung von Abschiebungshindernissen aufgrund von Krankheit im Asyl- und Aufenthaltsrecht, &lt;a href=&quot;https:\/\/www.asyl.net\/view\/detail\/News\/broschuere-krankheit-als-abschiebungshindernis-neuauflage-2020\/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.asyl.net\/view\/detail\/News\/broschuere-krankheit-als-abschiebungshindernis-neuauflage-2020\/&lt;\/a&gt;, insbesondere S.15 ff., S. 27 ff., S. 55.'><sup>19<\/sup><\/a><\/span> In jedem Fall sollten die Berater*innen kl\u00e4ren, ob der Person bereits Stellungnahmen \u00fcber die Behinderung\/Erkrankung vorliegen. Handlungsleitende Fragen sind daher:<\/p>\n<ul>\n<li>Liegen medizinische Dokumente aus Deutschland vor?<\/li>\n<li>Hat die Person Unterlagen aus dem Herkunfts- oder einem Drittland mitgebracht, die in Deutschland f\u00fcr eine \u00e4rztliche Einsch\u00e4tzung genutzt werden k\u00f6nnen?<\/li>\n<li>Gibt es in der N\u00e4he Beratungsstellen f\u00fcr Menschen mit Behinderung, die f\u00fcr eine Stellungnahme hinzugezogen werden k\u00f6nnten, auch wenn noch keine medizinischen Dokumente vorliegen?<\/li>\n<\/ul>\nEntsprechen die Stellungnahmen den formalen Voraussetzungen f\u00fcr eine qualifizierte \u00e4rztliche Bescheinigung nicht, sollten sie trotzdem eingereicht werden, um dem BAMF substanzielle Hinweise auf das Vorliegen von Erkrankungen zu geben. Nicht selten fordert das BAMF dann eine \u00e4rztliche Stellungnahme an, f\u00fcr die die Kosten \u00fcbernommen werden. Die Fristen zur Einreichung eines Attestes k\u00f6nnen oft nicht eingehalten werden, daher sollten Berater*innen deren Verl\u00e4ngerung beim BAMF beantragen.<br>\nAuch nach Ablauf der Frist sollten beim BAMF \u00e4rztliche Atteste vorgelegt werden.\n<h4>Auf die besonderen Verfahrensgarantien aufmerksam machen<\/h4>\n<p>Menschen mit Behinderungen z\u00e4hlen gem\u00e4\u00df Artikel 21 der EU-Aufnahmerichtlinie 2013\/33\/EU zu den besonders schutzbed\u00fcrftigen Personen. Sie ben\u00f6tigen sogenannte besondere Verfahrensgarantien (unter anderem Erw\u00e4gungsgrund 29 und Art. 24 der EU-Verfahrensrichtlinie 2013\/32\/EU). F\u00fcr die Anh\u00f6rung kann dies bedeuten, dass die schutzbed\u00fcrftige Person mehr Zeit ben\u00f6tigt, bevor eine Anh\u00f6rung terminiert werden kann, damit sie bei der Anh\u00f6rung alle wichtigen Angaben zur Begr\u00fcndung des Asylantrags machen kann.<\/p>\n<p>Ein sogenanntes beschleunigtes Verfahren nach \u00a7 30a AsylG ist f\u00fcr besonders Schutzbed\u00fcrftige nicht zu vertreten. Daher sollte das <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#f%C3%B6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BAMF<\/a> auf die Schutzbed\u00fcrftigkeit aufmerksam gemacht und auf besondere Verfahrensgarantien hingewirkt werden.<\/p>\n<p>Bei Bedarf sollte zum Beispiel die Anh\u00f6rung einer Sonderbeauftragten zum Beispiel f\u00fcr geschlechtsspezifische Gewalt oder Menschenhandel und Folteropfer durchgef\u00fchrt werden. So es erforderlich ist, sollten Berater*innen fr\u00fchzeitig beantragen, dass die Anh\u00f6rung durch eine gleichgeschlechtliche Person (und Dolmetscher*in) erfolgt.<span id='easy-footnote-20-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-20-1619' title='Zu beachten ist auch Artikel 15 Absatz 3 Buchstabe a und b EU-Verfahrensrichtlinie 2013\/32\/EU. '><sup>20<\/sup><\/a><\/span><\/p>\nHandelt es sich um die Beratung geh\u00f6rloser Menschen mit Fluchthintergrund, sollte das BAMF auf die Geh\u00f6rlosigkeit aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig sollte eine Information zur Sprache der Person erfolgen. Nach \u00a7 17 Absatz 1 AsylG ist ein \u201eDolmetscher [\u2026] hinzuzuziehen, der in die Muttersprache des Ausl\u00e4nders oder in eine andere Sprache zu \u00fcbersetzen hat, deren Kenntnis vern\u00fcnftigerweise vorausgesetzt werden kann und in der er [die anzuh\u00f6rende Person] sich verst\u00e4ndigen kann&#8221;<span id='easy-footnote-21-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-21-1619' title='Einzuhalten ist dar\u00fcber hinaus \u00a7 9 Absatz 1 BGG: \u201e(1) Menschen mit H\u00f6rbehinderungen und Menschen mit Sprachbehinderungen haben nach Ma\u00dfgabe der Rechtsverordnung nach Absatz 2 das Recht, mit Tr\u00e4gern \u00f6ffentlicher Gewalt zur Wahrnehmung eigener Rechte im Verwaltungsverfahren in Deutscher Geb\u00e4rdensprache, mit lautsprachbegleitenden Geb\u00e4rden oder \u00fcber andere geeignete Kommunikationshilfen zu kommunizieren.&amp;#8221;&lt;br&gt;\n'><sup>21<\/sup><\/a><\/span><span id='easy-footnote-22-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-22-1619' title='Einige Geh\u00f6rlosenverb\u00e4nde wie der Geh\u00f6rlosenverband in Hamburg haben speziell f\u00fcr geh\u00f6rlose gefl\u00fcchtete Menschen Unterst\u00fctzungsstrukturen aufgebaut: &lt;a href=&quot;https:\/\/www.glvhh.de\/unsere-angebote\/selbsthilfe-gruppen\/deaf-refugees\/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.glvhh.de\/unsere-angebote\/selbsthilfe-gruppen\/deaf-refugees\/&lt;\/a&gt; (abgerufen am 27.11.2020). F\u00fcr die Kommunikation mit geh\u00f6rlosen Klient*innen empfiehlt es sich, eine H\u00f6rbehindertenberatungsstelle zu kontaktieren.&lt;br&gt;\n'><sup>22<\/sup><\/a><\/span>.\n<h4>Vorbereitung auf die Anh\u00f6rung<\/h4>\n<p>Die eingehende Vorbereitung auf die Anh\u00f6rung ist f\u00fcr jede Person unabdingbar, nicht zuletzt deshalb, weil die Anh\u00f6rung das Kernst\u00fcck eines jeden Asylverfahrens ist.<\/p>\n<p>Menschen mit Behinderung sollten dabei unterst\u00fctzt werden, herauszuarbeiten, ob Gr\u00fcnde f\u00fcr den Erhalt eines Schutzstatus wie der Zuerkennung einer Fl\u00fcchtlingseigenschaft gem\u00e4\u00df \u00a7 3 AsylG aufgrund einer <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">behinderungsspezifischen Verfolgung (Zugeh\u00f6rigkeit zu einer sozialen Gruppe)<\/a> oder f\u00fcr das Vorliegen eines krankheitsbedingten Abschiebungsverbotes gem\u00e4\u00df \u00a7 60 Absatz 5 oder Absatz 7 AufenthG gegeben sind.<\/p>\n<p>Sinnvoll kann es sein, dass ein sogenannter Beistand die Anh\u00f6rung begleitet, um die antragstellende Person zu unterst\u00fctzen.<span id='easy-footnote-23-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-23-1619' title=' F\u00fcr weitere Informationen siehe Fl\u00fcchtlingsrat Niedersachsen (2016): Juristische Abhandlung zum Thema \u201eAnh\u00f6rung im Asylverfahren &amp;#8211; Anwesenheit eines Beistands&amp;#8221; mit Verweis auf die einschl\u00e4gigen Rechtsgrundlagen, &lt;a href=&quot;https:\/\/www.nds-fluerat.org\/21440\/aktuelles\/bmi-bestaetigt-beistaende-im-asylverfahren-haben-anwesenheits-und-fragerecht\/attachment\/beistand-anhoerung-161025-fr\/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.nds-fluerat.org\/21440\/aktuelles\/bmi-bestaetigt-beistaende-im-asylverfahren-haben-anwesenheits-und-fragerecht\/attachment\/beistand-anhoerung-161025-fr\/&lt;\/a&gt; (abgerufen am 28.11.2020)'><sup>23<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<h4>Weitere Informationen<\/h4>\n<p>Informationsbund ASYL &amp; MIGRATION<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Informationsbund ASYL &amp; MIGRATION<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>sogenannte EU-Verfahrensrichtlinie<\/p>\n\n\t<h3><a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#kra\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krankheitsbedingte Abschiebungshindernisse mit Inlandsbezug<\/a><\/h3>\n<h4><a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#du\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Duldung (\u00a7 60a AufenthG):<\/a> Unterst\u00fctzung bei der Einholung einer qualifizierten \u00e4rztlichen Stellungnahme<\/h4>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 60a Absatz 2c Satz 1 AufenthG besteht die Vermutung, \u201edass der Abschiebung gesundheitliche Gr\u00fcnde nicht entgegenstehen&#8221;. Gegenteiliges muss die betreffende Person durch Vorlage einer \u201equalifizierten \u00e4rztlichen Bescheinigung&#8221; glaubhaft machen (\u00a7 60a Abs. 2c Satz 2 AufenthG). Welche Aspekte aus der Bescheinigung hervorgehen m\u00fcssen, ist vorgegeben (\u00a7 60a Abs. 2c S.3 und 4 AufenthG). Gerade weil die Anforderungen als hoch zu werten sind, sollten betroffene Personen bei Bedarf dabei unterst\u00fctzt werden, eine solche Bescheinigung einzuholen.<\/p>\n<p>Die Bescheinigung soll unverz\u00fcglich vorgelegt werden (\u00a7 60a Abs. 2d AufenthG), da sp\u00e4ter eingereichte Atteste gem\u00e4\u00df \u00a7 60a Absatz 2d Satz 2 AufenthG nicht mehr ber\u00fccksichtigt werden sollen. Eine Abschiebung darf gem\u00e4\u00df \u00a7 60a Absatz 2d Satz 2 AufenthG aber nicht erfolgen, wenn jemand die Atteste unverschuldet nicht einholen konnte oder wenn \u201eanderweitig tats\u00e4chliche Anhaltspunkte f\u00fcr das Vorliegen einer lebensbedrohlichen oder schwerwiegenden Erkrankung, die sich durch die Abschiebung wesentlich verschlechtern w\u00fcrde [vorliegen]&#8221;. Berater*innen sollten die betroffene Person dabei unterst\u00fctzen, die Informationen \u00fcber das Vorliegen einer Erkrankung, die einen Duldungsgrund darstellen kann, zu \u00fcbermitteln, auch wenn eine qualifizierte \u00e4rztliche Bescheinigung (noch) nicht vorliegt.<span id='easy-footnote-24-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-24-1619' title='Weitere Informationen zur qualifizierten \u00e4rztlichen Bescheinigung in: Deutsches Rotes Kreuz e. V. und Informationsverbund ASYL &amp;amp; MIGRATION e. V. (2020) (Hg.): Krankheit als Abschiebungshindernis. Anforderung an die Darlegung von Abschiebungshindernissen aufgrund von Krankheit im Asyl- und Aufenthaltsrecht, &lt;a href=&quot;https:\/\/www.asyl.net\/view\/detail\/News\/broschuere-krankheit-als-abschiebungshindernis-neuauflage-2020\/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/www.asyl.net\/view\/detail\/News\/broschuere-krankheit-als-abschiebungshindernis-neuauflage-2020\/&lt;\/a&gt;, insbesondere S. 48 ff.'><sup>24<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#du\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Duldung f\u00fcr Personen mit ungekl\u00e4rter Identit\u00e4t<\/strong><\/a> (\u00a7 60b AufenthG): Besondere Herausforderungen f\u00fcr Menschen mit Behinderung bei der Mitwirkungspflichten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei der Duldung gem\u00e4\u00df. \u00a7 60b AufenthG gibt es einige Aspekte, die bei der Beratung gefl\u00fcchteter Menschen mit Behinderung zu beachten sind.<\/p>\nDie beh\u00f6rdliche Hinweispflicht gem\u00e4\u00df \u00a7 60b Absatz 3 Satz 2 AufenthG muss in einer Weise umgesetzt werden, dass Hinweise f\u00fcr die betreffende Person verst\u00e4ndlich sind und barrierefrei vermittelt werden. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass in Geb\u00e4rdensprache gedolmetscht oder in leichter Sprache informiert werden muss. Werden Hinweise nicht verst\u00e4ndlich vermittelt und wirkt die Person infolgedessen nicht mit, d\u00fcrfen keine negative Konsequenzen erfolgen.<span id='easy-footnote-25-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-25-1619' title=' Weiser (2019): Das Migrationspaket und seine Folgen f\u00fcr Menschen mit Behinderung. Handicap International (Hg.), S. 8 f., &lt;a href=&quot;https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Folgen_des_Migrationspaketes_fur_Menschen_mit_Behinderung.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;https:\/\/handicap-international.de\/sn_uploads\/de\/document\/Folgen_des_Migrationspaketes_fur_Menschen_mit_Behinderung.pdf&lt;\/a&gt;, (abgerufen am 28.11.2020).&lt;br&gt;\n'><sup>25<\/sup><\/a><\/span> Dies sollte die Person nach Bedarf mit Unterst\u00fctzung des*der Berater*in gegen\u00fcber der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde geltend machen.\n<p>Wenn sie dies w\u00fcnscht, kann die betreffende Person dabei unterst\u00fctzt werden, die Unzumutbarkeit von Mitwirkungshandlungen (zum Beispiel unbegleitete Fahrten zur Botschaft) durch \u00e4rztliche Atteste darzulegen.<span id='easy-footnote-26-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-26-1619' title=' Ebd.'><sup>26<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#auf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufenthalt aus humanit\u00e4ren oder pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden (\u00a7 25 Abs. 4 S.1 AufenthG)<\/a><\/h4>\n<p>Berater*innen k\u00f6nnen die betreffende Person dabei unterst\u00fctzen, nachzuweisen, dass humanit\u00e4re oder pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach \u00a7 25 Absatz 4 Satz 1 vorliegen. Dies kann zum Beispiel das Einholen einer Bescheinigung \u00fcber eine medizinische Operation oder eine noch abzuschlie\u00dfende \u00e4rztliche Behandlung sein.<\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#h\u00e4r\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufenthaltserlaubnis bei Vorliegen einer \u201eau\u00dfergew\u00f6hnlichen H\u00e4rte&#8221; (\u00a7 25 Abs. 4 S. 2 AufenthG)<\/a><\/h4>\n<p>Die Darlegung einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen H\u00e4rte kann die betroffene Person vor eine Herausforderung stellen. Zu beachten sind die allgemeinen Verwaltungsvorschriften zum Aufenthaltsgesetz (AufenthG-AVV) sowie die Interpretationen des \u00a7 25 Absatz 4 Satz 2 in der Literatur. Letztere sind in bestimmten Aspekten hinsichtlich der Anforderungen an die besondere H\u00e4rte weniger restriktiv als die AufenthG-AVV.<span id='easy-footnote-27-1619' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#easy-footnote-bottom-27-1619' title='Ebd. S. 8.'><sup>27<\/sup><\/a><\/span> Gegen\u00fcber der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde sollte dies bedacht und die Situation der betroffenen Person mithilfe \u00e4rztlicher Nachweise dargelegt werden.<\/p>\n\t<h3><a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#un\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aufenthaltserlaubnis wegen Unm\u00f6glichkeit der Ausreise (\u00a7 25 Abs. 5 AufenthG)<\/a><\/h3>\n<p>Da es im Gegensatz zur <a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#du\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Duldung (\u00a7 60 a AufenthG)<\/strong><\/a> gem. \u00a7 25 Abs. 5 AufenthG auf die Unm\u00f6glichkeit der freiwilligen Ausreise ankommt &#8211; und nicht auf gesundheitliche Aspekte hinsichtlich einer Abschiebung, sollte die Person dabei unterst\u00fctzt werden, die Unm\u00f6glichkeit der Ausreise glaubhaft darzulegen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Weitere Informationen<\/h4>\n<p>Krankheit als Abschiebungshindernis<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Migrationspaket und seine Folgen f\u00fcr Menschen mit Behinderung<\/p>\n\n\t<h2>Downloads zum Thema<\/h2>\n\t<p>Arbeitshilfe zum Thema&nbsp;\u201eFlucht und Migration &#8211; Soziale Rechte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete&#8221;. Kompakter \u00dcberblick \u00fcber die zentralen Regelungen f\u00fcr die Beratungspraxis.<\/p>\n\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/sozialleistungen-fluechtlinge-2019-aufl3_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\n\t\tArbeitshilfe zum Thema Flucht und Migration\t<\/a>\n\t<p>Leitfaden zum Fl\u00fcchtlingsrecht. Eine Brosch\u00fcre des Deutschen Rotes Kreuzes und des Informationsverbundes Asyl &amp; Migration zu den materiellrechtlichen Voraussetzungen f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung von Fl\u00fcchtlings- und anderweitigem Schutz. (Dezember 2019)<\/p>\n\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/2019-12_leitfaden_fluechtlingsrecht_3aufl.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\n\t\tLeitfaden zum Fl\u00fcchtlingsrecht\t<\/a>\n\t<p>Basisinformationen f\u00fcr die Beratungspraxis. Das Asylverfahren in Deutschland. Informationen zu Registrierung und Antragstellung, Zust\u00e4ndigkeitspr\u00fcfung (Dublin\u2011Verfahren), Pr\u00fcfung des Schutzbedarfs, Anh\u00f6rung und Befragungen, Entscheidung und Rechtsschutz (August 2020).<\/p>\n\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/basisinf_1_verfahren_2020fin.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\n\t\tDas Asylverfahren in Deutschland\t<\/a>\n\t<p>Praktische Informationen und Tipps zu freiwilligen Engagements f\u00fcr Schutzsuchende. Informationen zu Pflichten und Standards (Rechtsdienstleistungsgesetz, Datenschutz etc.), Rechte, Versicherungsschutz und Entgelt und Umgang mit Anfeindungen (Oktober 2019)<\/p>\n\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/rahmenbedingungen-des-freiwilligen-engagements.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\n\t\tRahmenbedingungen des freiwilligen Engagements f\u00fcr Schutzsuchende\t<\/a>\n\t<p>Krankheit als Abschiebungshindernis. Arbeitshilfe zu den Anforderungen an die Darlegung von Abschiebungshindernissen aufgrund von Krankheit im Asyl- und Aufenthaltsrecht, Autorin: Oda Jentsch (Oktober 2020).<\/p>\n\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/krankheit-als-abschiebungshindernis.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\n\t\tKrankheit als Abschiebungshindernis\t<\/a>\n\t<p>J\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlicht das UNHCR seinen Global Report mit aktuellen Zahlen und Fakten zu Flucht und Migration weltweit.<\/p>\n\t<a href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/global-report-2019.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\n\t\tGlobal Report 2019\t<\/a>\n\t<h2>\n\t\tWeiterf\u00fchrende Links\n\t<\/h2>\n\t<p>PRO ASYL<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Informationsverbund Asyl und Migration e. V.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlingshelfer.info<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Landesfl\u00fcchtlingsr\u00e4te<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>ECOI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flucht nach Deutschland \u00a9 Till Mayer Einleitung: Flucht nach Deutschland Die Erstaufnahme und das Asylverfahren in Deutschland geht f\u00fcr Betroffene und ihre Berater*innen mit einer beinahe un\u00fcberschaubaren Anzahl an Fragen einher. Diese Kapitel sortiert sie und bietet umfassende Antworten zu Fluchtursachen, Asylverfahren, krankheitsbezogenen Aufenthaltstiteln und Wohnformen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete mit Behinderung. Ein Ratgeber liefert wertvolle Handlungsoptionen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1289,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"toolbox-page.php","meta":{"episode_type":"","audio_file":"","transcript_file":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","filesize_raw":"","footnotes":""},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v22.5 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Flucht nach Deutschland - [\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Flucht nach Deutschland - [\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Flucht nach Deutschland \u00a9 Till Mayer Einleitung: Flucht nach Deutschland Die Erstaufnahme und das Asylverfahren in Deutschland geht f\u00fcr Betroffene und ihre Berater*innen mit einer beinahe un\u00fcberschaubaren Anzahl an Fragen einher. Diese Kapitel sortiert sie und bietet umfassende Antworten zu Fluchtursachen, Asylverfahren, krankheitsbezogenen Aufenthaltstiteln und Wohnformen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete mit Behinderung. Ein Ratgeber liefert wertvolle Handlungsoptionen [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2022-02-16T13:10:48+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12-1920x1080.jpg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/\",\"url\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/\",\"name\":\"Flucht nach Deutschland - [\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12-1920x1080.jpg\",\"datePublished\":\"2021-02-16T14:49:35+00:00\",\"dateModified\":\"2022-02-16T13:10:48+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12.jpg\",\"width\":4182,\"height\":2832},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Vernetzung &amp; Qualifizierung\",\"item\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"Roadbox\",\"item\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/?page_id=35\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Flucht, Migration, Asylverfahren, Erstaufnahme, Sammelunterk\u00fcnfte, Identifizierung\",\"item\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":5,\"name\":\"Flucht nach Deutschland\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#website\",\"url\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/\",\"name\":\"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024\",\"description\":\"Eine weitere Handicap International Website\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#organization\",\"name\":\"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024\",\"url\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/handicap_international_logo-altewebseite3.svg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/handicap_international_logo-altewebseite3.svg\",\"caption\":\"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#\/schema\/logo\/image\/\"}}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Flucht nach Deutschland - [\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Flucht nach Deutschland - [\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024","og_description":"Flucht nach Deutschland \u00a9 Till Mayer Einleitung: Flucht nach Deutschland Die Erstaufnahme und das Asylverfahren in Deutschland geht f\u00fcr Betroffene und ihre Berater*innen mit einer beinahe un\u00fcberschaubaren Anzahl an Fragen einher. Diese Kapitel sortiert sie und bietet umfassende Antworten zu Fluchtursachen, Asylverfahren, krankheitsbezogenen Aufenthaltstiteln und Wohnformen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete mit Behinderung. Ein Ratgeber liefert wertvolle Handlungsoptionen [&hellip;]","og_url":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/","og_site_name":"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024","article_modified_time":"2022-02-16T13:10:48+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12-1920x1080.jpg"}],"twitter_card":"summary_large_image","schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/","url":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/","name":"Flucht nach Deutschland - [\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024","isPartOf":{"@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12-1920x1080.jpg","datePublished":"2021-02-16T14:49:35+00:00","dateModified":"2022-02-16T13:10:48+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#primaryimage","url":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12.jpg","contentUrl":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/flucht-nach-d-comin12.jpg","width":4182,"height":2832},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/flucht-nach-deutschland\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Vernetzung &amp; Qualifizierung","item":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Roadbox","item":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/?page_id=35"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Flucht, Migration, Asylverfahren, Erstaufnahme, Sammelunterk\u00fcnfte, Identifizierung","item":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/capacity-building\/roadbox\/flucht-migration-asylverfahren-erstaufnahme-sammelunterkuenfte-identifizierung\/"},{"@type":"ListItem","position":5,"name":"Flucht nach Deutschland"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#website","url":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/","name":"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024","description":"Eine weitere Handicap International Website","publisher":{"@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#organization","name":"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024","url":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/handicap_international_logo-altewebseite3.svg","contentUrl":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/04\/handicap_international_logo-altewebseite3.svg","caption":"[\ud83d\udd70 ALT] Crossroads bis 2024"},"image":{"@id":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/#\/schema\/logo\/image\/"}}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1619"}],"collection":[{"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1619"}],"version-history":[{"count":49,"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1619\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3218,"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1619\/revisions\/3218"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/crossroads-bis-2024.hi-deutschland-projekte.de\/crossroads\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}